La Strada 2019

Ort Kunsthaus / Weizer Innenstadt
Datum

Die Bewegung des menschlichen Körpers in Beziehung zum Umraum bildet ein zentrales Element vieler Produktionen im Programm von La Strada 2019. Viele Künstler gehen dabei an die physischen und physikalischen Grenzen und fordern auch das Publikum auf, sich neuen Herausforderungen der Wahrnehmung zu stellen.  

16.00 Uhr - Bei Vollmond spricht man nicht / Kunsthaus
Theater Zitadelle - DE / Figurentheater für Kinder / Dauer 45 Minuten

Irgendwie hören die Erwachsenen nie zu. Da ist der König keine Ausnahme. Immer ist er nur damit beschäftigt, zu regieren oder so wichtige Sätze wie „Kind, mit vollem Mund spricht man nicht“ von sich zu geben. Und weil er nicht aufpasst, was sich die Menschen um ihn herum wünschen und wovon sie träumen, kriegt er auch nicht mit, dass Prinzessin Lora sich auf ihre ganz eigene Reise macht, um ihr Reich zu erkunden. Hier trifft sie Zwerge und Hexen, lernt ein Riesenkind und einen Prinzen kennen und am Schluss gibt es natürlich ein Happy End.

17.00 Uhr - Fisura / Hauptplatz
Murmyo - CHI / Straßentheater / Dauer 45 Minuten

Er ist aus den Straßen von Graz während La Strada nicht mehr wegzudenken: Murmuyo, chilenischer Clown und Anarchist, der einfach der Seele gut tut, ist in den vergangenen Jahren zum absoluten Publikumsliebling avanciert. Und will diesem heuer etwas ganz Besonderes bieten: Ein richtiges Zirkus-Theater-Stück – samt echter Bühne, Szenographie und Zuschauern. Allein, an einer Kleinigkeit fehlt es dann doch noch: den Darstellern. Aber wer braucht die schon, wenn er das Weizer Publikum hat? 

18.00 Uhr - Arrived / Hauptplatz - Südtirolerplatz
Adrian Schvarzstein - ES /Straßentheater in Bewegung / Dauer 40 Minuten

„Arrived“ heißt die Performance von Adrian Schvarzstein und Juratė Sirvytė-Rukstelė - und wenn die beiden Straßenkünstler diesen Sommer in Graz ankommen, stellen sie ihrem Publikum mehr als nur die Frage „Wo komme ich her und wo gehe ich hin“. Dass der spanische Artist und die litauische Tänzerin aus der Vergangenheit kommen, kann man an ihrer Kleidung erkennen. Vor 80 Jahren war diese wahrscheinlich ganz neu, ehe sie sich darin auf einen schweren Weg machten; die Klezmer-Musik, die aus ihrem Koffer klingt, lässt erahnen, warum sie einst aufbrechen mussten. In „Arrived“ setzt sich Schvarzstein auf berührende, nonverbale Weise mit seiner jüdischen Herkunft auseinander und lädt sein Publikum ein, ihn auf dieser nicht immer leichten Reise zu begleiten. 

19.01 Uhr - Le Cinématophone / Start: Elingasse > Kunsthaus > Bismarckgasse > Schulgasse
Décor Sonore & Compagnie Oposito - FR / Straßentheater / Musiktheater / Dauer 51 Minuten

Was darf man sich unter einer „Kapelle aus acht Musikern und einer Diva“ vorstellen? Eine spannende Performance, wenn dahinter die Compagnien Décor Sonore und Oposito stehen. Acht Wesen – halb Mensch, halb Lautsprecher – erschaffen faszinierende Klangbilder, geleitet von einer graziösen Frau. Sie übernimmt den Taktstock in dieser faszinierenden Prozession durch die Stadt, bei der Opern- und Walzerklänge, abgebrochene Telefongespräche und Tierlaute zu einer wundersam-bizarren Klanginstallation verschmelzen. 

20.15 Uhr - A Simple Space / Elingasse / Kunsthaus 
Gravity & Other Myths - AU / Straßentheater / Neuer Zirkus im öffentl. Raum / Dauer 60 Minuten

Wenn sieben Ausnahme-Akrobaten beschließen, der Schwerkraft eine lange Nase zu zeigen, dann kann dem Publikum schon mal schwindlig werden. Vor allem dann, wenn es so unmittelbar am Geschehen ist, wie bei dieser Performance der australischen Künstler.
Hier können die Zuschauer buchstäblich die Schweißperlen erkennen, die Hitze spüren und den Atem hören, wenn die Artisten ihre körperlichen Grenzen ausloten und versuchen, über diese hinauszugehen. Gleichzeitig roh und filigran verlassen sie immer wieder ihre Komfortzone – und nehmen ihr Publikum mit. Denn ganz ohne Widerstand gibt sich die Schwerkraft schließlich auch nicht geschlagen.

 


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