Geschichte & Personen

Geschichte & Personen

Rückblicke ins Gestern, Ausblicke ins Morgen

Die Stadt Weiz hat eine lange Geschichte, denn erste Besiedlungen erfolgten bereits zur Zeit der Römer. Erstmals wurde der Ort 1188 urkundlich erwähnt, im Jahre 1850 wurde Weiz Bezirkshauptstadt und im Jahre 1932 zur Stadt erhoben. Mit der Gründung der ELIN zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Weiz zu einem Zentrum der Elektroindustrie, deren Produkte in die ganze Welt geliefert werden. Die sympathische Kleinstadt mit 11.357 Einwohnern ist auch heute ein starkes wirtschaftliches Zentrum, das sich innovativ und dynamisch entwickelt.

Weiz, das ist in vielerlei Hinsicht eine Stadt der Energie. Wer einen Blick auf sie wirft, entdeckt schnell die breite Palette an sicht- und spürbaren Zeugnissen gelebter Energie. Dieser Blick kann sich als historischer Rückblick entpuppen, den nicht nur die sehenswerten Gebäude der Altstadt rund um den Tabor ermöglichen, sondern auch die barocke Wallfahrtskirche am Weizberg, zu der ein Spiritueller Weg, entlang an 7 energiereichen „Kraftquellen“ empor führt. Zeitgenössische Ausblicke bietet das Kunsthaus, das mitten im alten Stadtkern einen gelungenen, architektonischen Brückenschlag zur Moderne darstellt.

Persönlichkeiten aus Weiz

Wir stellen Ihnen bekannte Persönlichkeiten die in Weiz leben bzw. geboren sind vor:

Franz Pichler

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Hannes Schwarz

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Frank Stronach

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Andrea Sailer

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Kurt Weber

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Walter Kratner

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Veronika Windisch

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Albert Schmuck

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Marianne Fritz

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Hubert Brandstätter

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Geschichten aus Weiz

Die Schlafstelle des Trifter Sepp
Immer wieder erzählen ältere Leute von Weiz Geschichten von unserem Herkules, dem Trifter Sepp.

Zeuge dieser Begegnung ist ein bekannter Weizer Gendarmeriebeamter in Pension, der dabei war, als ein ebenso bekannter Gendarm die Geschichte vom Sepp erzählte. Drei Tage später war der Erzähler plötzlich verstorben.

Es war ein schöner Apriltag als Sepp mit einem Ziegelarbeiter die umliegenden Weizer Bauern besuchte, um den extra für ihn bereitgestellten Most zu verkosten. Ab und zu kam auch Brot und Fleisch dazu. Als beide vom letzten Bauern durch den Grawatsch-Wald gingen, gesättigt und leicht angeheitert, sagt der der Kumpan des Sepp, er müsse seine Notdurft verrichten, und Sepp solle warten. Vielleicht hat er auch anders gesagt. Immer wieder hörte man Rufe: „Hilf mir, hilf mir!“

Der Sepp aber dachte sich: „Di kon i net höfn, dös hot no a jeder söber moch’n miassn“, und ging weiter. Als er zur Marburgerstraße kam, traf er die Frau seines Zechkumpans, die ihn sogleich fragte, wo denn ihr Mann, der alte Bsuff, sei. Der Sepp sagte: „Er hot miassn, am Waldrand…“ „Jo hörst ihn net ruafn?“ sagte die Frau. Jetzt hörte auch Sepp die Schreie, und beide gingen zum Wald zurück. Sie sahen den Mann neben einem Baumstamm sitzen. Er konnte wirklich nicht aufstehen. Er saß auf seinem Hosenträger. In seinem Zustand bemerkte er dies nicht. Seine Frau und der Sepp befreiten den Armen aus seiner misslichen Lage. Was seine Frau alles sagte, kann man nicht weitergeben. Unter dem Gezeter trennten sich die Wege der beiden Mosttrinker.

Der Sepp ging stadteinwärts zu seiner Schlafstelle, die er hinter dem Krankenhaus hatte, in der damaligen Isolierstation, neben der Aufbahrungshalle, die 1959 abgerissen wurde. Aber der Schlüssel lag nicht, wie mit seinen Schlafkollegen vereinbart auf dem Fensterbrett. So musste er sich eine andere Schlafstelle suchen. Bewusst oder unbewusst gelangte er in die Aufbahrungshalle. Er legte sich in einen leeren Sarg. Als einige Schwestern im Morgengrauen ihren Dienst antraten, hörten sie lautes Schnarchen aus der Aufbahrungshalle. Sie schauten nach, und ein großes Schreien begann. Im Sarg lag schnarchend der Sepp. Nach dem Erwachen des Schlafenden klärte sich aber rasch alles auf.

Mit seinen Schlafkollegen hatte der Sepp immer Streit wegen des Haustorschlüssels. Er käme immer so spät nach Hause und wecke alle auf. Sein Schnarchen sei dem eines Raubtieres gleich. Sie versprachen ihn so zu verprügeln, dass er in der Früh nicht mehr aufstehen könne. Besonders hervor tat sich der Schwächere. Er stichelte schon einige Zeit, bis es dem Sepp zu bunt wurde. Er ging zur Gendarmerie, die damals in der Bahnhofstraße im Prem-Haus untergebracht war. Als der Sepp an die Tür des Gendarmeriepostens klopfte und eintrag, verdunkelte sich der Raum.

Nach einem „Grüß Gott“ brachte der Sepp seine Beschwerde vor. Die beiden Beamten wollten den Sepp beruhigen, er aber sagte, einer müsse mitgehen und die beiden Schlafkameraden aufklären, dass es ungesetzlich sei, was sie mit ihm machten.

Als der Beamte die beiden Maulreißer sah, sagte er zum Sepp: „Vor diesen beiden Schwächlingen brauchst dich wirklich nicht zu fürchten.“ Darauf sagte der Sepp: „Fürchtn tu i min et, oba wos is, wenn i amol hischlog, dann san’s beide weg.“ Das leuchtete den Beamten ein. Er verwarnte die beiden und es kehrte wieder Ruhe ein im Schlafsaal.

Weiz Geschichte und Geschichten
Leopold Farnleitner, Franz Hauser und Hans Ritz